Referenzintervalle Kreatinin

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Neue Referenzintervalle für Kreatinin bei Hund und Katze


Ab dem 8.10.2017 werden die Referenzintervalle für Kreatinin bei Hunden und Katzen in unseren Laboren aktualisiert. Referenzintervalle sind für den Tierarzt wichtig, um Laborergebnisse sicher bewerten zu können. Daher unterziehen wir diese Referenzbereiche einer regelmäßigen Prüfung und passen sie gegebenenfalls an.

Wie hat sich das Kreatinin Referenzintervall verändert?
Die Obergrenze des Kreatininintervalls der Katze wird von 1,9 mg/dl (168 μmol/L) auf 2,3 mg/dl (203 μmol/L) erhöht.
Die Obergrenze des Kreatininintervalls des Hundes wird von 1,4 mg/dl (124 μmol/L) auf 1,5 mg/dl (133 μmol/L) erhöht.

Warum wird das Kreatinin Referenzintervall aktualisiert?
IDEXX orientiert sich bei der Etablierung neuer Referenzintervalle an den Richtlinien der American Society for Veterinary Clinical Pathology (ASVCP) und an den  humanmedizinischen Richtlinien des Clinical & Laboratory Standards Institute (CLSI)1. Ein spezialisiertes Team von IDEXX prüft regelmäßig, wie die Referenzintervalle mit Daten der Patientenpopulation korrelieren, um sicherzustellen, dass die Intervalle korrekt sind.

Wie wurden die neuen Referenzintervalle ermittelt?
Es ist wichtig, dass die Referenzintervalle bei IDEXX auf die jeweiligen Geräte und Methoden in unseren Laboratorien abgestimmt sind. Daher wird bei IDEXX viel Zeit darin investiert, für alle Labortests eigene gerätespezifische Referenzintervalle zu ermitteln. In prospektiven Studien werden hierzu Proben klinisch gesunder, adulter Tiere verschiedener Rassen, Alterstufen und unterschiedlichen Geschlechtes mit anerkannten statistischen Methoden ausgewertet, um möglichst akkurate Referenzintervalle zu ermitteln.

Wie beeinflusst die Änderung der Intervalle die Vergleichbarkeit von alten und neuen Befunden?
Da sich die Testmethode nicht geändert hat, können Sie die Resultate direkt miteinander vergleichen.

Ändert sich durch die Aktualisierung der Kreatininreferenzbereiche auch die Interpretation der IDEXX SDMA™ Ergebnisse?
Nein, die Interpretation der IDEXX SDMA™ Ergebnisse bleibt gleich. IDEXX SDMA™ ist nach wie vor ein zuverlässigerer Indikator der Nierenfunktion. Es steigt bei den meisten Katzen und Hunden mit Nierenerkrankungen früher an als Kreatinin und ist insbesondere bei schwach bemuskelten Tieren oder älteren Katzen sensitiver. Um die Nierenfunktion zu beurteilen, sollte zusätzlich zu den Blutuntersuchungen auch eine komplette Urinuntersuchung mit Bestimmung des spezifischen Harngewichtes und des Protein-Kreatinin-Quotienten durchgeführt werden.

Stimmen die neuen Werte mit den IRIS Leitlinien für chronische Nierenerkrankungen überein?
Die in den IRIS Leitlinien genannten Werte wurden nicht als Referenzwerte ermittelt. Sie stellen Cut off-Werte dar, die eine Einteilung in Stadien bei solchen Tieren ermöglichen, die bereits als nierenkrank eingestuft wurden. Die Diagnose Nierenerkrankung wird mit Hilfe mehrerer Faktoren wie erhöhte Kreatininkonzentration, erhöhte IDEXX SDMA™ Konzentration, kleine unregelmäßige Nieren, zu niedriges spezifisches Harngewicht, usw. gestellt. In den IRIS Leitlinien wird ein Wert von 1,6 mg/dl (140 µmol/L) zur Unterscheidung von Stadium 1 und 2 bei der Katze genutzt. Wenn man 1,6 mg/dl als obere Grenze des Kreatinin-Referenzintervalls einstufen würde, hätten ca. 60% unserer Katzenpatienten einen „hohen“ Kreatininwert. Dieses entspricht sicherlich nicht der Realität, und würde zur Fehldiagnose Nierenversagen bei Katzen mit normaler Nierenfunktion führen.

Weitere Fragen?
Falls Sie noch Fragen zu unseren aktualisierten Referenzintervallen, anderen Tests, zur Untersuchungsdauer, zu unseren Preisen oder fachliche Fragen zu Ihren Befunden haben, wenden Sie sich bitte an unsere Hotline bzw. unsere medizinische Fachberatung. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

    1. CLSI. Defining, Establishing, and Verifying Reference Intervals in the Clinical Laboratory; Approved  Guideline – Third Edition. CLSI document C28-A3c. Wayne, PA: Clinical and Laboratory Standards Institute, 2008.

 

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